Rose und die Hoffnung auf Gelb



05-Verteidiger nach Platzverweis entspannt / Feulner mag Mainzer Ruhe


Vom 06.11.2006


Von Lutz Eberhard


Marco Rose war entspannt, für die Rote Karte musste sich der linke Verteidiger des FSV Mainz 05 nicht schämen; es war kein übles Foul an Stefan Kießling, der auf dem Weg in Richtung Mainzer Strafraum war. Viele seiner Kollegen bewerteten die Entscheidung von Schiedsrichter Michael Weiner als zu hart. "Der `Herr Fried` (Friedrich, d.Red.) stand hinten gegen zwei, da hab ich das taktische Foul gewählt", schilderte Rose, der nun mindestens zwei Spiele fehlen wird - gegen Wolfsburg und am Samstag auf Schalke.


Das Trainingslager im Westerwald habe seine Wirkung nicht verfehlt. Die Teamsitzung ohne Trainer Klopp sei wichtig gewesen. ,,Wir haben auch darüber gesprochen, was einem zum Beispiel an einem anderen gerade nicht passt." Auf dem Rasen sei zudem an der taktischen Ausrichtung gearbeitet worden. "Die Reaktion hat man heute gesehen, wir sind enger zusammengerückt." Trotz der Druckphase der Bayer-Elf "sind wir nicht unruhig geworden". Gegen spielstarke Gegner seien Chancen nie ganz vermeidbar. "Mit der Körpersprache sind wir oben geblieben." Rose glaubt, dass die eigenen Fans "nun noch mehr an uns glauben". Ein Unentschieden habe Mainz 05 schon oft weitergebracht. "In der Aufstiegssaison gab es ja 15 Remis."


Das Gefühl am Morgen nach der Partie, so der Verteidiger, sei nun angenehmer, dennoch dürfe die Spannung nicht nachlassen. ,,So wie ich in den vergangenen Wochen nicht Schwarz gesehen habe, sehe ich jetzt nicht Rosarot", betonte Marco Rose. Mit Wolfsburg komme nun ein "Gegner aus unserer Tabellenregion".


Für Mittelfeldspieler Christof Babatz wurde gut gegen den Ball gearbeitet. "Das war eine gute Reaktion, nach dem wir von den Medien eine Woche auf die Fresse bekommen haben." Natürlich wisse die Mannschaft, dass vor allem außerhalb von Mainz über Trainer Jürgen Klopp diskutiert werde. ,,Er ist Teil des Ganzen, es geht nicht um Einzelne", resümierte Babatz. Ralph Gunesch konnte sich auf der rechten Abwehrseite über Arbeit nicht beklagen. Der Punkt sei durch Kampfgeist in der zweiten Halbzeit verdient worden. Der Druck, den Barnetta und Babic ausgeübt hätten, "war nicht einfach zu verteidigen". Gunesch weiter: "Wir müssen aber eigentlich das 2:0 nachlegen. Insgesamt war das aber ein erster Schritt in eine bessere Zeit."


Markus Feulner bewertete die Partie ebenfalls positiv. Der Ex-Kölner: "Wir haben Leverkusen in der Anfangsphase wenig Spielraum gelassen. Nach der Führung wurde dies nicht weiter verfolgt. Daran müssen wir arbeiten." Gut für die Mannschaft sei auch, dass im Umfeld Ruhe herrsche. Auf Erfahrungen in vergleichbaren Situationen bei seinem Ex-Arbeitgeber 1. FC Köln angesprochen, meinte Feulner: "Darüber möchte ich jetzt eigentlich nicht reden." Lächelte und verschwand in der Kabine.


Kapitän Dimo Wache wollte seine eigene Leistung nach der Kritik der vergangenen Wochen nicht bewerten: "Es ist der Job des Torwarts, Bälle zu halten. Das ist heute ganz gut gelungen." Zum Auftritt des 05-Teams meinte der Schlussmann: "Nach dem 1:0 haben wir uns zu weit zurückgezogen." Wache machte aber auch deutlich: "Unsere Zuschauer haben uns nach dem 1:6 gegen Bremen den Weg gewiesen."


Und deshalb war auch Präsident Harald Strutz nicht unzufrieden: "Der Punkt wurde mit Glück und Kampf verdient. Das ist ein kleines Erfolgserlebnis, jetzt wollen wir den Heimsieg gegen Wolfsburg." Für Manager Christian Heidel hatte das Spiel "leichte Anzeichen vom typischen Mainzer Abstiegskampf zu Zweitligazeiten." Es gab am Samstag keine Euphorie rund um das 05-Team, dazu besteht auch kein Grund. "Das war ein kleiner Anfang", meinte Abwehrrecke Nikolce Noveski in für ihn typischen, aber immer treffend knappen Worten.




(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
 
 
   
      Home | Autogrammadresse | Impressum