Marco Rose stellt sich in Dienst der Mannschaft



Linksverteidiger von Mainz 05 steht vor Einsatz gegen Borussia Mönchengladbach / "Wir brauchen Ergebnisse


Der mittlerweile schon fast sagenumwitterte Schwur von Nierstein hatte nicht nur den Slogan "Jedes Spiel ein Endspiel!" zum Inhalt. Einzelschicksale zählen nicht - auch darauf haben sich die Profis des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 bei ihrem Kurztrainingslager in der Vorwoche verständigt.


Von Ulrich Gerecke


Auch Marco Rose hält sich daran, dabei hätte der 29-Jährige genügend Anlass, sich Gedanken zu machen. Auf der linken Verteidigerposition ist er nur noch die Nummer zwei hinter Benjamin Weigelt und kommt am nächsten Samstag (15.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach nur zum Zug, weil sein Kontrahent eine Gelbsperre absitzen muss. Schon im vergangenen November hatte Rose im Gespräch mit der AZ durchblicken lassen: "Große Hoffnung habe ich nicht mehr."


Doch jetzt mag er darüber partout nicht sprechen. "Es ist mir egal und ich denke auch nicht darüber nach, wie meine Situation vor 13 Wochen war und wie sie demnächst sein wird. Es geht wirklich nur darum, dass wir am Samstag unser nächstes Endspiel haben. Wir haben uns im Trainingslager vorgenommen, dass die persönlichen Situationen einzelner Spieler keine Rolle mehr spielen." Entsprechend gelassen sieht er seinem zehnten Saison-Einsatz (der vierte von Anfang an) am Samstag gegen die "Fohlen" entgegen: "Es bringt mir doch nichts, wenn ich mich jetzt verrückt mache, weil ich meine, ich muss jetzt unbedingt eine überdurchschnittliche Leistung bringen."


Mental vorbereitet. Die Top-Leistung will er allein in den Dienst der Mannschaft stellen, und immerhin hat er ja seit dem Abpfiff in Dortmund am Samstag Zeit gehabt, sich mental darauf einzustellen. "Wenn man mehr Spielpraxis hat, ist das sicher einfacher", meint Rose. Aber er habe ja auch beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld durchgespielt und bei den Niederlagen in Bremen (2:4) und Stuttgart (1:2) jeweils eine Halbzeit mitgewirkt. "Ich bin jetzt 29 und schon ein paar Jahre dabei, da muss ich so etwas nicht mehr aus der kalten Hose erledigen", rechnet Rose gegen Gladbach nicht mit Eingewöhnungsproblemen.


Obendrein hat er als wahrscheinlich einziger 05-Profi seit Saisonbeginn erst eine einzige Trainingseinheit verpasst - am Dienstag wegen einer Verhärtung der Muskulatur im bereich der Adduktoren. "Ich bin kein Typ, der extrem in seinen Körper reinhorcht. Glück gehört natürlich auch dazu." Und obendrein habe sich sein Körper immer gut erholen können, da er ja nicht so oft eingesetzt worden sei, wie Rose leicht sarkastisch anmerkt: "Auf der Bank kann man sich schwer verletzen."


Dennoch lässt sich der Sachse nicht runterziehen - nicht von seiner Situation und auch nicht von jener der Mannschaft. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich würde nicht auf die Ergebnisse der anderen Mannschaften schauen", erklärt Rose. Aber noch habe man alles selbst in der Hand: "Wir haben gesehen, wie schnell man unten reinrutschen kann. Damit hatte keiner gerechnet, aber genauso schnell kann man auch wieder rauskommen."


Für ihn sei das 1:1 in Dortmund ein moralischer Neustart gewesen. "Aber ein gutes Gefühl allein bringt uns auch nicht weiter, wir brauchen jetzt Ergebnisse." Dabei sei es ihm persönlich egal, ob sich vor ihm ein "Tannenbaum" oder eine Mittelfeldraute auffächert. "Es gibt Unterschiede, aber das sind nur Nuancen, die man trainieren kann", erläutert Rose die Systemfrage. "Im 4-4-2 muss man als Außenverteidiger nicht so früh raus und attackieren, man kann länger im Raum stehen bleiben."


Aber wirklich wichtig sind für ihn diese Details nicht, ebenso wie die Frage nach seiner Zukunft. "Jetzt zählt nur bedingungsloser Kampf und Einsatz. Wenn das funktioniert, ist der Rest auch immer gekommen."


In der Trainingseinheit am Mittwochmittag war nicht nur Rose wieder mit dabei, sondern auch Niclas Weiland. Es fehlten Dennis Weiland (Knöchelprellung) und Tom Geißler (Magen-Darm-Virus).




(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
 
 
   
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