05-Verteidiger Marco Rose im Interview: „Endlich wieder Training“



Als er am fünften Januar das Winter-Trainingslager des FSV Mainz 05 und damit einen weiteren Comebackversuch abbrechen musste, weil wieder Schmerzen am mehrfach operierten rechten Fuß aufgetreten waren, da drohte Marco Rose das Karriereende. Doch der 33-jährige Linksverteidiger tat in den folgenden Wochen das, was ihn auf dem Platz immer ausgezeichnet und bei den Fans so ungeheuer beliebt gemacht hat: Er kämpfte verbissen weiter – um seine Fitness, um die Rückkehr auf den Trainingsplatz. Seit gestern Vormittag steht Rose wieder im Mannschaftstraining.

Marco Rose, wie fühlen Sie sich nach der ersten Trainingseinheit nach so langer Pause?

Gut. Ich bin komplett ohne Schmerzen, bin fit, oder besser gesagt gesund. Für die Kollegen war’s ein ganz normales Training, aber für mich war’s was ganz Besonderes. Ich freue mich wahnsinnig, endlich wieder bei den Jungs zu sein, endlich wieder trainieren zu können.

Die Fans, bei denen sie trotz Ihrer langen Verletzungspause immer noch hoch im Kurs stehen, würden Sie gerne noch einmal auf dem Platz sehen, bevor im Sommer Ihr Vertrag ausläuft. Wann könnte es soweit sein?

Ich habe aufgehört, mir irgendwelche Illusionen zu machen und Ziele zu setzen. Ich bin einfach nur froh, dass ich wieder dabei bin, dass ich wieder auf dem Trainingsplatz stehen kann. Alles andere ist erst mal nebensächlich.

Aber die Hoffnung, in dieser Saison noch einmal eingreifen zu können, ist durchaus noch vorhanden, oder?

Wie gesagt: Ich hab mir da kein Ziel gesetzt. Ich trainiere jetzt erst einmal und dann wird man sehen, zu was es reicht, ob es überhaupt zu etwas reicht.

Mit Malik Fathi steht momentan nur ein gesunder Linksverteidiger im Kader. Da besteht also durchaus noch Bedarf.

Aber jetzt mal ganz ehrlich: Ich hab’ zwei Jahre keine Vorbereitung mitgemacht, musste das Wintertrainingslager abbrechen. Es hat ja fast schon so ausgesehen, als müsste ich ganz aufhören. Deswegen setze ich mich jetzt nicht unter Druck, und ich setze auch den Trainer nicht unter Druck. Wir schauen jetzt einfach mal, wie’s läuft. Und zu gegebener Zeit werde ich dann sicher mit dem Trainer Gespräche führen.

Kam Ihnen nie der Gedanke, nach Ihrer langen Leidensgeschichte die Saison gemütlich auslaufen zu lassen?

Nein. Ich habe in der Reha hart gearbeitet und hier noch Vertrag bis Juni. Und ich will da nichts wegschenken. Vielleicht glaubt man es mir ja nicht, aber ich bin einfach nur froh, endlich wieder trainieren zu können. Dem ein oder anderen macht es keinen Spaß, jeden Tag zu trainieren, für mich ist es im Moment das Größte.

Wie geht es nach der Saison für Sie weiter? Es soll Überlegungen geben, Sie in den Trainerstab des Vereins einzubinden.

Der Christian (05-Manager Christian Heidel – die Red.) und ich haben uns über dieses Thema unterhalten. Und der Verein hat mir signalisiert, dass er sich sehr gut vorstellen kann, mich über den aktiven Fußball hinaus hier zu behalten. Ich fühle mich sehr wohl in Mainz und würde auch gerne hier bleiben, aber es ist noch nichts konkret und im Moment stehe ich ja noch auf dem Platz. Irgendwann werden wir uns sicher darüber unterhalten, wie, wo und in welcher Position es im Sommer weitergeht.

Heißt das, dass Ihre Karriere als Spieler im Sommer definitiv zu Ende ist?

Jein. So lange noch nichts spruchreif ist, will ich dazu eigentlich nichts sagen. Klar ist, dass ich gesundheitliche Probleme habe und es auf diesem Niveau schwer für mich wird, noch einmal Anschluss zu finden, was bedeutet, dass ich im Sommer hier keinen neuen Vertrag als Profi mehr bekomme. Aber es gibt ja auch noch andere Varianten und Möglichkeiten, über die muss man sprechen.

Sie sehen Ihre Zukunft also weiter bei Mainz 05?

Absolut, das ist mein erster Ansprechpartner.


(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
   
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