"Sind beide erwachsene Menschen"



Benjamin Weigelt und Marco Rose über ihren Konkurrenzkampf, Stärken und Schwächen

Auf dem Platz sind sie Konkurrenten, streiten sich um die Position links in der Abwehr-Viererkette. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem beide schon die Nase vorne hatten. Doch außerhalb des grünen Rasens merkt man von dieser Situation wenig. Marco Rose (28) und Benjamin Weigelt (22) scheinen sich gut zu verstehen. Im AZ-Gespräch äußern sich die beiden über den Konkurrenzkampf im Allgemeinen und den Konkurrenten im Besonderen.


Herr Rose, Herr Weigelt, mal ehrlich: Wie ist Ihr Verhältnis zueinander wirklich?

ROSE: Wir sind beide erwachsene Menschen. Und wir sind uns wirklich sympathisch, gehen auch mal ein Bier zusammen trinken. Nur, weil wir um den gleichen Platz im Team streiten, müssen wir uns nicht bekriegen.
WEIGELT: Auf dem Platz zählt letztlich nur der Erfolg, das hat nichts mit den Personen zu tun. Ansonsten verstehen wir uns gut. Und so sollte das auch sein.

Es gab ja in dieser Saison schon öfter das Wechselspiel. Wie nimmt man es auf, wenn diesmal der andere den Vorzug erhält?

WEIGELT: Ich bin ja erst zu Saisonbeginn von Rot-Weiß Essen gekommen und wollte erstmal reinschnuppern. Jetzt finde ich es überaus positiv, dass ich schon Einsätze hatte. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich wohl nicht gespielt hätte, wenn "Rosi" sich nicht Das Intervieweine Gelb-Rote Karte (beim 1:1 in Bielefeld, die Red.) eingehandelt hätte.
ROSE: Benny hat sich seine Einsätze ohne Frage verdient, wobei ich bis zur Sperre gut drauf war. Trainer Jürgen Klopp hat sich jedenfalls die Entscheidung nie einfach gemacht, zumal wir - glaube ich - im Training ziemlich gleichwertig sind. Ich für meinen Teil bin schon froh, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.

Einmal, für 30 Minuten im Spiel gegen Gladbach, haben Sie sogar zusammen die linke Seite bearbeitet. Eine mögliche Dauerlösung oder nur eine Ausnahme?

ROSE: Wenn die Möglichkeit besteht, warum nicht? Ich hätte jedenfalls nichts dagegen öfter mit Benny zusammen zu spielen.
WEIGELT: Ich komme ja eigentlich aus dem Mittelfeld und habe damit also keine Probleme, auch vor "Rosi" zu spielen. Bisher war's halt selten nötig. Aber warum nicht?

Kurz skizziert: Was sind die Stärken des anderen?

WEIGELT: Taktisches Verständnis, Stellungs- und Kopfballspiel.
ROSE: Für sein Alter ist Benny relativ abgeklärt, hat ein gesundes Selbstbewusstsein ohne zu überdrehen. Er kann sich in ein Spiel richtig reinbeißen und hat einen guten linken Fuß.

...und die Schwächen?

ROSE: Puh, da will ich gar nichts zu sagen.
WEIGELT (lachend): Ich auch nicht.

Dann fragen wir anders. Was müssen Sie selbst an sich verbessern?

WEIGELT: Mein Kopfball- und Stellungsspiel.
ROSE: Mein Offensivkopfball und meinen rechten Fuß.

Vervollständigen Sie doch bitte zum Abschluss den Satz: Ich spiele am 22. Januar gegen Stuttgart, weil...

ROSE: ...ich im Training richtig Gas gebe und so zumindest versuche, Kloppo die Entscheidung sehr schwer zu machen.
WEIGELT: ...ich (Pause) keine Ahnung habe. Im Ernst: das entscheidet der Trainer. Vielleicht lässt er uns ja beide ran. Oder es spielt keiner von uns. Alles ist eigentlich egal, die Hauptsache ist, wir gewinnen das Spiel.
Das Gespräch führte unser Redaktionsmitglied Roland Hessel




(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
 
 
   
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