Der Familienmensch Marco Rose mag Mainz und liebt seine Heimatstadt Leipzig



Was machen Spieler, Trainer, Betreuer und Offizielle von Mainz 05 eigentlich, wenn sie nicht im Einsatz sind, nicht Fußball spielen oder für die Bundesliga-Profis aktiv sind? Die AZ porträtiert die Nullfünfer in loser Folge.


Von unserem Redaktionsmitglied Werner Wenzel


"Ich geb' keinen Ball ab am Samstag, schieß aus allen Lagen", ulkt Marco Rose am Stadion nach dem Training in die TV-Kamera auf die Frage, ob sich die 05-Profis Gedanken darüber machen, wer das erste Bundesliga-Tor am Bruchweg schießt. Vielleicht lässt sich der 27-Jährige ja tatsächlich anspornen - von seiner Familie. "Der Papa ist ja eigentlich HSV-Fan, aber er kommt, um uns siegen zu sehen", erzählt Rose. Die Mama kommt auch mit aus Leipzig, nur die Freundin, Handball-Nationalspielerin Nicola Pietzsch vom HC Leipzig, die kann leider nicht: "Sie ist im Trainingslager."


Fußball in Mainz, Eltern und Freundin in Leipzig: Familienmensch Rose pendelt. "In letzter Zeit fliege ich auch öfter mal." Das mag anstrengend sein, aber für den Profi "ist es überhaupt keine Frage, dass ich irgendwann nach Leipzig zurückgehe, da soll der Kontakt nicht abreißen". Wann, das ist offen, "ich habe mir da kein Limit gesetzt, und wenn´s fünf Jahre dauert, dauert´s eben noch fünf Jahre".


In Leipzig ist er geboren, aufgewachsen, dort sind seine Wurzeln, dort begann seine Karriere, dort lebte er bis 2000, spielte beim 1. FC Lokomotive, später VfB Leipzig. Es folgten zwei Jahre in Hannover, seither ist er in Mainz die Nummer 17.


Ein Jahr läuft sein Vertrag hier noch, "ich fühle mich auch in Mainz zu Hause", sagt er. In Gonsenheim besonders, wo er mit Hund "Lady" regelmäßig unterwegs ist, wo er häufig auch mal beim Italiener sitzt und plaudert - "und da muss es nicht um Fußball gehen".


Marco Rose gilt als einer der Spieler mit gutem Kontakt zu den Fans: "Mir sind die Fans am liebsten, die einen nicht so als Superstar sehen, die normal sind, sich normal mit einem unterhalten." Fans, die die Mannschaft unterstützen. Die auch mal die Meinung sagen sollen, gerne auch deutlich. Schließlich sei er selbst so gestrickt. Er sei "ein nicht immer einfacher Typ, auch schon mal jähzornig", sagt der Verteidiger. Und: "Ich sage immer, was ich denke." Was er nicht mag, sind die "Mode-Fans", die drei Wochen vor Saison-Beginn ihre Nähe zum Verein entdecken. Und die Quengler, die es sowieso immer schon gewusst und gesagt haben, meistens dann, wenn´s nicht so richtig läuft. Auch mit ihnen hat er seine Erfahrungen gemacht, im vergangenen Jahr besonders. Doch die sind derzeit "zum Glück nicht da".


Marco Rose hat einen ganz besonderen Fan: Jenny. Sie hat dem 05-Profi gleich eine komplette Homepage gebastelt (www.marco-rose.de). Selbst das macht Marco Rose mit: "Sie hat gefragt, ob sie das machen darf, und ich habe ihr gesagt, wenn ich dann keine Rechnungen kriege oder sowas, dann kann sie das machen." Bedrängt, belästigt, gar verfolgt fühlt er sich nicht: "Nee, auf keinen Fall, das ist nicht so stalkermäßig, dass sie mich auf Schritt und Tritt beobachtet." Auch wenn das auf den ersten Blick so wirke. Und dann gibt es - jetzt noch mehr als in er Zweiten Liga - schwärmende Teenies. Wie die beiden Mädels, die Rose während des Interviews vorm Lokal "Haasekessel" keine Sekunde aus den Augen lassen: "Harmlos."


Und was treibt Marco Rose sonst in seiner Freizeit: "Ich beschäftige mich viel mit der Bibel." Ein gläubiger Fußballer aus dem Osten? "Ich bin ja völlig atheistisch erzogen, in der DDR war das ja nicht gern gesehen. Aber ich bin zur Überzeugung gekommen, dass es einen gibt, der mein Leben in der Hand hat, der einfach da ist."







(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
 
 
   
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