Rose: "Zu wenig Zu-Null-Spiele"



Der 05-Kapitän über das Erreichte, das Mögliche und die Zukunft

Vom 14.11.2007

Marco Rose ist fraglos einer der Erfahrensten im Kader des Fußball-Zweitligisten FSV Mainz 05. Seit Sommer 2002 kickt der gebürtige Leipziger für die Rheinhessen. Zudem führt er die Mannschaft derzeit als Kapitän auf den Platz. Was der Linksverteidiger zu sagen hat, hat also Gewicht bei den 05ern. Die AZ sprach zwischen den beiden gestrigen Trainingseinheiten mit dem 31-Jährigen.

Freut es Sie denn, dass die "Löwen" es verpasst haben, Euch von Rang drei der Tabelle zu verdrängen?
Rose: Es ist natürlich eine gewisse Bestätigung, dass wir in der Länderspielpause da oben stehen. Aber auch das ist ein Muster ohne Wert.

Bleiben wir bei der Tabelle. Ist Rang drei nach einem knappen Drittel der Saison in Ordnung?
Rose: Wir können mit unserer Platzierung zufrieden sein. Auch wenn man schon das Gefühl hat, es könnte besser sein.

Inwiefern?
Rose: Wir haben schon ein paar Punkte liegen lassen, vor allem auswärts.

Aber fast immer ein Gegentor gefangen...
Rose: Richtig. Wir haben zu wenige Zu-Null-Spiele. Aber wenn man sieht, was wir für Gegentore gefangen haben, dann sieht man auch, dass dies abstellbar ist.

Ist das auch ein Problem, das durch die vielen Verletzten, die Mainz 05 fraglos hat, begründet ist?
Rose: Ich glaube, dass mit den Verletzten ist das geringste Problem. Natürlich fehlen uns Leute, die enorm wichtig sind, aber sie sind auch zu 100 Prozent ersetzt worden.

Jetzt sollen Wache, Feulner, Soto und Ruman nach der Winterpause ja wieder einsteigen? Haut Ihr dann in der Rückrunde alles weg?
Rose: Das ist natürlich Quatsch. Ich bin da ein gutes Beispiel. Auch ich habe nach meiner Verletzung meine Zeit gebraucht. Grundsätzlich ist es aber gut für den Konkurrenzkampf, wenn die Qualität der Spieler zurückkommt.

Birgt dies nicht aber auch Konfliktpotenzial? Schließlich wird es dann den einen oder anderen unzufriedenen Spieler geben.
Rose: Die gibt es doch jetzt auch. Ich als Kapitän versuche, das genau zu beobachten und darauf einzugehen. Momentan ist dies kaum nötig. Wir haben einen sehr guten Teamgeist.

Zurück zur Aktualität: Ihr habt eine relativ lange Pause. Vor- oder Nachteil?
Rose: Für mich persönlich ein klarer Vorteil. Auch insgesamt geht das in Ordnung. Wir hatten zuletzt eine schwierige Phase, wobei die zweite Halbzeit gegen Osnabrück ein positives Signal war. Wie wir da gebissen haben und dann diesen wichtigen Sieg eingefahren haben, das tat richtig gut.

Nach der Pause geht es zum Rheinland-Pfalz-Derby nach Lautern.
Rose: Ehrlich gesagt sind die Spiele gegen Frankfurt für mich eher Derbys. Aber ich weiß, wie wichtig dieses Spiel für unsere Fans ist.

Haben Sie die jüngsten Entwicklungen beim 1. FC Kaiserslautern verfolgt?
Rose: Ja, habe ich. Aber darüber möchte ich mich nicht äußern, weil es mich auch wenig tangiert. Nur soviel: Ich bin sehr froh, hier in Mainz Fußball zu spielen. Hier ist das Umfeld in Ordnung, hier gibt es keine Unruhe.

Mit Kaiserslautern, Aachen, Köln und St. Pauli gibt´s vor der Winterpause noch vier durchaus schwierige Spiele. Wie sieht das Ziel für dieses Jahr aus?
Rose: Es liegen noch zwölf Punkte auf dem Tisch. Grundsätzlich sollten wir an Weihnachten mindestens 30 Punkte auf dem Konto haben.

Das Gespräch führte Roland Hessel


(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
   
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