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Rose zu Gast bei Freunden
05-Profi aus Leipzig hat Gespür für Ost-Fußball / Eltern und Onkel auf Tribüne
Es wird die einzige Auswärtsfahrt in die neuen Bundesländer. Allein deshalb ist für Marco Rose, den Sachsen im Trikot des Fußball-Erstligisten FSV Mainz 05, die Partie an diesem Samstag (15.30 Uhr) bei Energie Cottbus etwas Besonderes.
Von Ulrich Gerecke
Sicher, Cottbus liegt tief in Brandenburg, und von der sächsischen Metropole Leipzig, der Heimatstadt des Fußballprofis Marco Rose, sind es rund 200 Kilometer bis in die Lausitz. Trotzdem wird der 30-Jährige im Stadion der Freundschaft zu Gast bei Freunden sein. Zahlreiche Bekannte aus Leipzig haben sich angesagt, auch die Eltern und der Onkel werden auf der Tribüne sitzen.
Rose hat ein Gespür für den Fußball im Osten und kann die wenigen Auftritte seines Klubs in den neuen Bundesländern in den vergangenen drei Jahren sofort aufzählen. Ein 0:0 in Cottbus gegen Ende der Aufstiegssaison 2003/2004, im Jahr darauf ein 0:2 in der Bundesliga bei Hansa Rostock, vor einem Jahr dann das 3:0 im Pokal bei der zweiten Hansa-Garnitur. "Mit den Amateuren des VfB Leipzig habe ich auch zwei Mal in Cottbus gespielt", erinnert er sich.
Gemeinsamkeiten. Heute sieht er durchaus Gemeinsamkeiten bei Energie und 05: "Man kann sie mit uns vor zwei Jahren vergleichen. Sie sind gerade aufgestiegen und kämpfen jetzt mit jedem Schritt um den Klassenerhalt." Dennoch macht sich Rose keine allzu großen Gedanken über das, was ihn und seine Kollegen am Samstag in Cottbus erwartet: "Die Leute sind sicher sehr frenetisch, weil der Fußball in dieser Region mit das Wichtigste ist. Aber es gibt wesentlich heißere Stadien, und wir haben schon ganz andere Spiele durchgestanden."
Diese Gelassenheit kann sich Rose leisten. "Unser Saisonstart ist bis jetzt ordentlich, in Cottbus kann es ein sehr ordentlicher werden", weiß der Linksverteidiger, bei dem auch das Pokal-Aus gegen den 1. FC Saarbrücken (0:1) kaum Spuren hinterlassen hat. "Es wäre doch dramatisch, wenn wir uns von diesem einen Spiel runterziehen ließen. Es lag ja nicht an der Einstellung, sondern an unserer Abschlussschwäche - und am Schiedsrichter."
Und so, wie die ganze Mannschaft grundsätzlich auf einem guten Weg sei, ist Rose auch höchstpersönlich mit sich und der Fußballwelt im Reinen. "Ich bin froh, dass die Situation so ist, wie sie ist", sagt der Mann, der im Winter 2005/2006 bei Mainz 05 schon auf dem sportlichen Abstellgleis stand und nun aus der Startelf nicht mehr wegzudenken ist. "Ich weiß aber, dass das nur eine Momentaufnahme ist und ich meine Leistung immer wieder bestätigen muss."
Kritiker überzeugt. Am 11. März kam Rose beim 3:0 über Borussia Mönchengladbach nach langem Warten wieder einmal zum Einsatz, weil Benjamin Weigelt eine Gelbsperre absaß. "Dann kamen mehrere günstige Umstände zusammen, es ist fast alles für mich gelaufen." Der Sieg über die "Fohlen" war ein Knackpunkt im Abstiegskampf, Rose glänzte plötzlich mit vielen Offensivaktionen, von denen seine Kritiker oft behauptet hatten, sie kämen in seinem Repertoire überhaupt nicht vor.
Doch genauso, wie er sich in seiner Zeit auf der Ersatzbank klaglos und still in den Dienst der Mannschaft stellte, so macht Rose auch jetzt nicht viel Aufhebens um seine neue Stärke. "Es geht um die Mannschaft und nicht um Rose oder Weigelt", wiederholt er immer wieder gebetsmühlenartig. "Aber natürlich will ich schon gerne spielen, wie jeder Profi." Besonders am Samstag in Cottbus, wo doch so viele Freunde und Verwandte zuschauen...
(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
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