05er bangen um Rose



Einsatz gegen HSV fraglich / Casey nicht im Kader


Vom 18.11.2006


Als wären die sportlichen Probleme des FSV Mainz 05 nicht schon groß genug! Im "Kellerkrimi" der Bundesliga (Samstag, 15.30 Uhr) droht nun auch noch der Ausfall von Marco Rose.


Von Ulrich Gerecke


Eine halbe Stunde war rum im Abschlusstraining am Freitagabend, wie so oft ließ Trainer Jürgen Klopp seine Fußballprofis diverse Eckstoß-Varianten durchexerzieren, als Marco Rose sich zum Kopfball streckte - und plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken verspürte. Nach ein paar vergeblichen Laufversuchen räumte der Linksverteidiger, der nach seiner Rot-Sperre Benjamin Weigelt wieder ersetzen sollte, mit versteinerter Miene den Trainingsrasen.


"Wir nehmen jetzt auf jeden Fall 19 Mann mit ins Hotel", hoffte Klopp nach der Einheit noch auf eine Genesung Roses bis zum Anstoß. Sollte der in dieser Saison bisher so starke Abwehrspieler fit werden, würde ein weiterer Profi aus dem Aufgebot gestrichen. Bereits ereilt hat dieses Schicksal neben Torhüter Daniel Ischdonat die Feldspieler Otto Addo, Bakary Diakité, Tobias Damm, etwas überraschend Conor Casey sowie Petr Ruman, der am Sonntag mit dem Oberliga-Team nach Mechtersheim fährt (siehe Bericht unten).


Bei seiner Kaderbenennung hat Klopp also durchaus rotieren lassen, Akteure wie Damir Vrancic und Ranisav Jovanovic, die zuletzt nicht immer zum 18er-Aufgebot zählten, hat es zumindest auf die Bank gespült. In der Anfangself wird dagegen voraussichtlich nur sehr behutsam umgestellt. Ins Mittelfeld rückt wieder Mimoun Azaouagh, der am Freitag 24 Jahre alt wurde und beim 0:4 auf Schalke erst nach der Pause gekommen war. Neben ihm werden Fabian Gerber, Milorad Pekovic und Markus Feulner ein flaches Bollwerk bilden, davor Imre Szabics und Edu stürmen.


In der Viererkette gibt es auf jeden Fall eine Veränderung: Rechts außen feiert Christian Demirtas, der seit dem ersten Spieltag wegen einer Fußverletzung pausieren musste, seine Rückkehr, löst dort Ralph Gunesch ab. "Ich freue mich riesig, wieder gesund zu sein und Gas geben zu können", freut sich "Demi", dass seine lange Leidenszeit zu Ende geht. "Es gibt nichts Schlimmeres für einen Fußballer, als sich Spiele von der Tribüne angucken zu müssen."


Trotz seiner langen Pause habe er sich immer als Teil der Mannschaft empfunden und entsprechend mitgelitten, als die Kollegen in den zehn Spielen ohne seine Mithilfe keinen einzigen Sieg einfuhren. "So etwas macht man natürlich nicht gern mit, aber dafür ist die Stimmung bei uns sogar noch recht gut", berichtet Demirtas. Das gilt auch für die Fans: Das nächste Heimspiel am 1. Dezember gegen den Tabellenführer VfB Stuttgart ist bereits ausverkauft, rund 150 Anhänger säumten am Freitag den Trainingsplatz und bedachten jede gelungene Aktion mit aufmunterndem Applaus. Den können die 05er, die in dieser Woche viel Zeit mit dem Auffrischen taktischer Grundlagen verbrachten, vor dem Duell mit den ebenfalls kriselnden Hamburgern gebrauchen. Rückkehrer Demirtas sieht´s ganz pragmatisch: "Unser Vorteil ist, dass uns jetzt keiner mehr etwas zutraut."




(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
 
 
   
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