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"Ligaverbleib kein Traum, sondern realistisch!
Linksverteidiger Marco Rose will mit Mainz auch in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga spielen.
Über die sportlichen Qualitäten der 05-Profis kann sich die Fangemeinde Woche für Woche selbst ein Bild machen. "Das Heimspiel" gewährt den FSV-Liebhabern Einblicke, wie "Bum-Bum-Babatz", "Weilando" & Co. ausserhalb des Rasenrechtecks denken und fühlen - und was sie so in ihrer Freizeit anstellen. Im Zwölften Teil unserer Serie stellt sich Linksverteidiger Marco Rose (28), dessen Freundin die führere Handball-Nationalspielerin Nikola Pietzsch (30/Rückraum-Mitte) vom HC Leipzig ist, den Fragen der AZ. Der gebürtige Leipziger, der in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Gonsenheim zu Hause ist, führt berufsbedingt eine Fernbeziehung.
Frage: Herr Rose, was ist das Besondere an Mainz 05?
Rose: Die jüngere Geschichte mit den verpassten Aufstiegen. Und dass wir den Aufstieg dann doch geschafft haben - mit zehn Punkten weniger als im Vorjahr. Und das ganze Drumherum, die tollen Fans.
Frage: Ihr größter sportlicher Triumph?
Rose: Auf jeden Fall der Aufstieg mit Mainz 05 in die Bundesliga. Und dass ich jetzt in der Bundesliga spielen darf.
Frage: Ihr größter sportlicher Traum?
Rose: Ganz schwer zu sagen. Mit Mainz 05 in der Liga zu bleiben ist sicherlich kein Traum, sondern eine realistische Sache. Vielleicht wäre es irgendwann ein Traum, einen Titel zu holen, eventuell in einem anderen Land. Ein Wechsel ins Ausland kommt eines Tages auf jeden Fall in Frage. Ich bin für alles offen.
Frage: Ihr schlimmstes sportliches Erlebnis?
Rose: Der Nicht-Aufstieg vor zwei Jahren. 1998 hatte ich eine relativ schwere Verletzung, einen Kreuzbandriss. Wenn man dann neun Monate nicht spielen kann, ist das eine sehr schwierige Zeit.
Frage: Ihr größtes Laster?
Rose: Vielleicht mache ich mir über manche Sachen zu viele Gedanken.
Frage: Was bringt Sie auf die Palme?
Rose: Ungerechtigkeit. Ich bin ein kleiner Gerechtigkeitsfanatiker. Immer wenn ich das Gefühl habe, irgendjemand oder auch ich werde ungerecht behandelt, kann ich ziemlich schnell zornig werden. Wobei auch ich Menschen sicherlich manchmal ungerecht behandele - und das am Anfang vielleicht gar nicht bemerke.
Frage: Wie kann man Sie provozieren?
Rose: Auf dem Fussballfeld bin ich sowieso ein bisschen anders als privat und von daher leichter zu provozieren, weil ich doch ein realativ jähzorniger Typ bin. Obwohl ich schon ruhiger geworden bin.
Frage: Wie fängt für Sie ein schöner Tag an?
Rose: Früh aus dem Fenster gucken, die Sonne scheint. Und dann habe ich so ein kleines Buch, da stehen Losungen drin, kleine Bibelverse. Ich versuche, so etwas regelmäßig zu lesen. Ich bin ein gläubiger Mensch. Wenn eine Losung zutrifft auf eine Situation in meinem Leben, freue ich mich.
Frage: Was sagen Sie als Konfessionsloser zum Tod des Papstes?
Rose: Ich habe nicht die Beziehung zu ihm gehabt. Für viele Milliarden Christen aber ist es ein herber Schlag, wenn der Heilige Vater sirbt. Er hat einiges bewegt, die Ökumene vorangetrieben. Ein wichtiger Mann in der Weltgeschichte. AUf der anderen Seite ist er jetzt dort angekommen, wo er hin wollte.
Frage: Für welche Sportart fehlt Ihnen jegliches Talent?
Rose (lacht): Soll ich sagen Fußball? Schach ist wahrscheinlich so eine Geschichte, die ich nie verstehen werde. Wenn ich was nennen müsste, dann was Filigranes wie Eiskunstlaufen. In Ballsportarten sind Fußballer meistens begabt.
Frage: Stimmt es, dass Handball-Star Stefan Kretschmar ein guter Kumpel von Ihnen ist?
Rose: Ja, "Kretsche" ist ein guter Freund.
Frage: Wie haben Sie ihn kennengelernt?
Rose: Vom Hörensagen kannte ich ihn natürlich schon. Der Kontakt kam über meine Freundin, die ihn vom Handball kennt. Richtig kennengelernt habe ich "Kretzsche" letztes Jahr. Da war ich mit Fabian Gerber, Sandro Schwarz, Toni da Silva, Christoph Teinert und Dennis Weiland im Sommer auf Mallorca. Und dort haben wir ein paar Handballer vom SC Magdeburg getroffen, auch "Kretzsche! war dabei. Inzwischen ist das mit ihm schon relativ dicke Tinte. Ich bewundere an ihm, wie er mit seiner Popularität umgeht. Es ist ja teilweise schon so, dass er in Mainz mehr erkannt wird als jeder 05-Spieler.
Frage: Waren Sie ein guter Schüler?
Rose: Ich habe mein Abi mit 2,7 am Leipziger Sportgymnasium bestanden. Ich Geschichte und Sport war ich richtig gut. In Chemie, Physik und vor allem Mathe schlecht.
Frage: Von wem waren Sie als Kind Fan? Vielleicht Winnetou?
Rose: Das ist schon ein cooler Typ. Bewundert habe ich auch den 59-fachen DDR-Nationalspieler Matthias Liebers von Lok Leipzig, der schon im Maracana-Stadion gespielt hat. Mit dem habe ich bei den Leipziger Amateuren zusammen gespielt.
Frage: Drei Dinge, die Sie lieben?
Rose: Jesus. Meine Familie - da gehört auch die Familie meiner Freundin und meine Freundin dazu. Und Fußball.
Frage: Drei Dinge, die Sie hassen?
Rose (denkt und denkt): Hmmm?
Frage: Wie wäre es mit Spinat?
Rose: Den muss ich essen, weil ich Eisenmangel hatte. Außerdem bin ich eigentlich so erzogen, alles zu essen. Fieser Eintopf ist nicht so mein Ding. Außerdem hasse ich Ungerechtigkeit und Unehrlichkeit.
Frage: Welche Begabung hätten Sie gerne?
Rose: Ich habe eine sechs Jahre alte Hündin names Lady. Ein Mischling aus Windhund und belgischem Schäferhund. Die würde ich gerne mal verstehen, wenn sie mich so anguckt und irgendwas sagen will.
Frage: Ihr Lieblingsgericht?
Rose: Schokolade, und zwar Ritter Sport Marzipan.
Frage: Ihr Lieblingsgetränk?
Rose: Fanta Weizen.
Frage: Welche Musik hören Sie gerne?
Rose: Alles queerbeet. Black Musik, gutes House. Oldies auch unheimlich gerne. AUch Deutsche Musik finde ich nicht schlecht, sie muss einfach gut zu hören sein. Die Ärzte mag ich sehr, vor allem die alten Songs die "Teenagerliebe".
Frage: Auf welches Konzert würden Sie nie gehen?
Rose: Auf eines dieser Retortenbands oder von Alexander Klaws.
Frage: Ihre Hobbies?
Rose: Mein Hund - wenn er mal hier ist. Mit dem gehe ich gerne spazieren. Auch mit Freunden gehe ich gerne weg. Vorhin war ich in einem Café in Wiesbaden. Für viel mehr habe ich gar nicht Zeit.
Frage: Was gibt es Neues von ihrer eigenen Homepage (www.marco-rose.de)?
Rose: Gerade heute habe ich draufgeschaut. Da hat einer ins Gästebuch reingeschrieben: "Diese Homepage ist grottenschlecht." Aber die Jenny (die Webmasterin, Red.), gibt sich wirklich Mühe. Ich finde klasse, was sie auf die Beine gestellt hat. Ich gehe in der Woche zwei-, dreimal da drauf.
Frage: Sie leben seit drei Jahren in Mainz. Wie stark sind Sie in dieser Stadt verwurzelt?
Rose: Wenn man so lange hier lebt, natürlich so, dass man Beziehungen aufbaut. Ich habe unheimlich viele nette Menschen kennengelernt.
Frage: Sie würden also gerne in Mainz bleiben, auch wenn Ihr Vertrag im Sommer ausläuft?
Rose: Da mache ich keinen Hehl draus. Ich will dazu aber nichts mehr sagen. Ich habe mich oft positiv geäußert. Aber ich bettele hier nicht um einen Vertrag.
Frage: Ihr bevorzugtes Reiseziel?
Rose: Meine Freundin würde gerne Richtung Asien fliegen. Wir mögen Orte, die wir noch nicht so gesehen haben.
Frage: Über wen oder was können Sie herzhaft lachen?
Rose: Ich bin ein Typ, der sich witzige Filme aussucht, wenn er ins Kino geht oder sich eine DVD ausleiht. Ich brauche nicht die Filme, wo man so viel nachdenken muss. Je einfacher, desto besser. Auch wenn das jetzt blöd klingt. Jim Carrey mag ich sehr.
Frage: Ihr Verhältnis zur Fastnacht?
Rose: Hat sich absolut positiv entwickelt. Ich bin hierhergekommen und habe immer noch Faschin geredet - was nicht so gut ankam. Ich hatte überhaupt keinen Bezug dazu, in Leipzig ist Fastnacht gar nicht bekannt. Jetzt durfte ich das zweimal in einer Hochburg miterleben. Macht riesigen Spaß.
Frage: Wer ist Ihr bester Kumpel im 05-Kader?
Rose: Sandro Schwarz ist ja weggegangen. Nikolce Noveski ist ein Typ, den ich sehr mag.
Frage: Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Rose: Das gehört leider Gottes dazu. Ohne Geld ist es nicht so einfach, durchs Leben zu gehen. Aber es gibt wichtigere Sachen.
Frage: Was dürfen die 05-Fans in den restlichen Spielen von Ihnen erwarten?
Rose: Ich hoffe, dass ich nach meiner Krankheit bald wieder dabei sein werde. Ich versuche, mich im Training aufzudrängen um "Kloppo" die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen.
Frage: Haben Sie eigentlich schon ein blassen Schimmer, was Sie nach ihrer aktiven Laufbahn machen?
Rose: Absolut nicht. Ich habe ja eine Ausbildung zum Sozialversicherungsangestellten absolviert. Aber in diesem Beruf möchte ich später nicht arbeiten.
Frage: Ihr Tipp für das Spiel gegen Wolfsburg?
Rose: ich glaube, wir gewinnen.
Frage: Auf welchem Platz steht der FSV am Saisonende?
Rose: Auf einem Nichtabstiegsplatz.
Das Gespräch führte Michael Heinze
(Quelle: "Allgemeine Zeitung Mainz")
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