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Rose: Im Moment keine Lösung zur Hand
Der ratlose 05-Verteidiger ist einer der wenigen wirklichen Abstiegskämpfer am Mainzer Bruchweg
MAINZ. Damir Vrancic schüttelte den Kopf und verschwand in der Kabine. Der Jüngste in der Startelf wollte nach seinem
zweiten Bundesligaspiel nicht derjenige sein, der das Desaster erklären sollte. Nur wenige Spieler des FSV Mainz 05 sahen
sich überhaupt in der Lage, über die Situation zu sprechen. Der Kapitän jedenfalls nicht. Manuel Friedrich tauchte mit
leerem Blick ab. Der Leistungsstand des Nationalspielers, seine psychische Verfassung ist weit entfernt von dem, was
Friedrich einst auszeichnete.
Wenn derzeit überhaupt jemand den Kopf oben hält in dieser Mannschaft und versucht, sich gegen den Untergang zu stemmen,
dann ist das Marco Rose. Der Linksverteidiger war dann auch der einzige 05er, der sich im Spiel gegen die Bayern mit der
nötigen Leidenschaft in die Zweikämpfe warf, bis über die Schmerzgrenze hinweg kämpfte und Initiative zeigte. Rose traute
sich gelegentlich sogar offensiv etwas zu.
Und machte sich anschließend seine Gedanken über das, was dem 30-Jährigen, der seit vier Jahren am Bruchweg spielt, derzeit
widerfährt. "Das Ganze ist sicherlich nicht so einfach zu analysieren", sagte Rose. "Ich glaube nicht, dass es irgendeinen
in dieser Mannschaft gibt, der nicht will."
Rose glaubt schon, dass sich das komplette Team der Situation bewusst ist. Auf die Frage, ob gerade die Jungen und Neuen die
Herangehensweise, die ein brutaler Abstiegskampf erfordert, erst noch lernen müssten, sagte der Verteidiger: "Ich weiß
nicht, ob man Abstiegskampf lernen kann. Wir haben uns jedoch in eine extrem beschissene Situation selbst hinein manövriert.
Wir sind nach den ersten Negativeindrücken im Spiel schon nicht mehr in der Lage, aggressiv zu verteidigen, unsere eigenen
Vorgaben durchzuziehen."
Das sei eine Tatsache, die befremdend wirke. Festzustellen, dass dieses Team keine Mannschaft darstellt, keine Einheit auf
dem Platz, ist alleine schon schlimm genug. Noch bitterer aber fällt Roses Fazit aus: "Im Moment, ganz ehrlich, habe ich
keine Lösung, wie aus uns eine Mannschaft werden kann, die in der Lage ist Spiele zu gewinnen ."
Die Ratlosigkeit ist groß beim Tabellenletzten der Bundesliga. "Wir brauchen im Januar einen richtigen Neustart. Mit den
Spielern, die der Verein holen will. Aber keine Ahnung, was die vorhaben", sagte Christof Babatz, dessen Statement jedoch
leicht beleidigt klang. Gerade so, als sei der Ruf nach Verstärkungen unbegründet, wenn sich alle im Kader nur entsprechend
verhielten.
Doch die 05-Probleme fangen ja schon im Tor an. Der Wechsel von Dimo Wache zu Christian Wetklo war vielleicht richtig, aber
dennoch ein Fehlschlag. "Jetzt haben beide Keeper Fehler gemacht, die uns Punkte gekostet haben", sagte Christian Heidel
nach dem 0:4. "Damit müssen sie jetzt klar kommen und im Trainingslager zeigen, wer dann schließlich zum Rückrundenauftakt
in Bochum bei uns im Tor stehen soll." (jös)
(Quelle: "Mainzer Rhein-Zeitung")
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